50.000 Euro für Berliner Medienkompetenzzentren in 2018/19

Einen großen Erfolg können wir mit unserer Kampagne „Medienbildung jetzt“ verbuchen, die wir seit Sommer 2016 gemeinsam mit der GMK Regionalgruppe Berlin-Brandenburg betreiben. In einem bildungspolitischen Forum im Juni 2016, verschiedenen Forderungspapieren und nicht zuletzt in Gesprächen mit Vertreterinnen der im letzten Jahr neu gewählten Berliner Rot-Rot-Grünen-Koalition haben wir u.a. darauf hingewiesen, dass die 12 Berliner Medienkompetenzzentren seit Bestehen des Jugendnetz-berlin.de-Programms 2002 mit einer Förderung von lediglich 5000 Tsd Euro auskommen müssen und damit den wachsenden Aufgaben in keiner Weise nachkommen können.

Letzte Woche erreichte uns dann durch Stefanie Remlinger (Bündnis 90/Die Grünen) die frohe Botschaft, dass sie im nächsten Berliner Haushalt für 2018/19 jeweils 50.000 Euro für jedes Berliner Meko einstellen konnte; eine Verzehnfachung der bisherigen Mittel. Auflage ist, dass damit auch die Zusammenarbeit mit Schulen vorangetrieben wird.

Wir freuen uns sehr, dass so nach Jahren stagnierender Medienarbeit in Berlin nun neue Impulse gesetzt und die Arbeit vor Ort in den Bezirken gestärkt wird.

20 Jahre LAG Medienarbeit

Im Rahmen der Mitgliederversammlung am 27.11.2017 konnten wir in diesem Jahr das 20jährige Jubiläum der LAG Medienarbeit feiern. Mit der Lounge des Moviemento Präsentiert wurden auch Filme und Fotos aus 20 Jahren Medienarbeit in Berlin. Der Höhepunkt dabei: Die Videomail der Netzolympiade von 2004, der man das Alter gar nicht ansieht, immerhin kamen hier schon aktuelle Trickverfahren und Greensreens zum Einsatz:

Zwei neue Mitglieder konnten ebenfalls aufgenommen werden: Mittelhof e.V. und outreach gGmbH. Mit insgesamt nun 43 Mitgliedern hat sich der Verein bis heute immer weiter vergrößert und spielt eine wichtige Rolle in der medienpädagogischen Arbeit in Berlin.

Berlin bekommt einen „Runden Tisch Medienbildung“

Die Koalitionsvereinbarung der neuen Berliner Rot-Rot-Grünen Regierung steht und wir freuen uns sehr, dass dort unsere Idee eines Runden Tischs Medienbildung Eingang gefunden hat. Nach der gemeinsamen Kampagne „Medienbildung jetzt!“ mit der GMK Landesgruppe und dem dazugehörigen fachpolitischen Forum, auf dem sich schon zeigte, dass alle dort anwesenden Parteien der Idee positiv gegenüber stehen, waren wir bereits sehr zuversichtlich.

Nun ist es offiziell: „Der Umgang mit digitalen Medien ist eine gesellschaftliche Querschnittsaufgabe. Die Koalition richtet unter Leitung des Senats und zum Austausch mit öffentlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren einen „Runden Tisch Medienbildung“ zum Umgang mit digitalen Medien in der schulischen und außerschulischen Bildung ein.“ Diese Aussage findet sich unter der Überschrift „Medienkompetenz stärken, Minderjährige schützen“ auf Seite 123 des Koalitionsvertrags.

Bereits 2012 und 2013 gab es mit Unterstützung durch die Piraten und Bündnis90/ Die Grünen zwei von uns initiierte Runde Tische im Berliner Abgeordnetenhaus: damals leider ohne Beteiligung der SPD. Nun also haben es die neuen Koalitionsverhältnisse möglich gemacht und gezeigt, dass sich Beharrlichkeit auszahlt.

Nun sind wir gespannt, welche Funktionen der Runde Tisch erhalten wird. Unsere Vorstellungen haben wir im Forderungspapier der Kampagne deutlich gemacht:

  • Entwicklung eines ganzheitliches Landeskonzept zur Stärkung der Medienkompetenz
  • Organisation eines regelmäßigen Fachaustausch
  • Koordination und Förderung einer verstärkten Kooperation von Schule und außerschulischer medienpädagogischer Expertise

Medienbildung Jetzt! Vier Forderungen an RotRotGrün

Berlin hat gewählt. SPD, Grüne und Linke befinden sich in Koalitionsverhandlungen. Die Initiative www.medienbildung-jetzt.de stellt vier Forderungen zur Medienbildung an die koalitionswilligen Parteien. Das Dokument im Wortlaut gibt es hier zum Download. „Medienbildung Jetzt“ wird getragen von der Berlin-Brandenburger Landesgruppe der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK), der Landesarbeitsgemeinschaft Medienarbeit Berlin und der Freiwiliigen Selbstkontrolle Fernsehen (FSF).

Dokumentation „Medienbildung jetzt! Wohin steuert Berlin?“

Am 29. Juni 2016 fand in der Berliner Landeszentrale für politische Bildung ein bildungspolitischer Dialog „Medienbildung Jetzt! Wohin steuert Berlin?“ statt. Eingeladen hatten die Landesgruppe der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur und die Landesarbeitsgemeinschaft Medienarbeit Berlin mit Unterstützung durch die FSF, um mit den Parteien des Berliner Abgeordnetenhauses – die sich im September zur Wahl stellen – über wesentliche Forderungen in Sachen Medienbildung in und außerhalb der Schule zu diskutieren. Es kamen Björn Eggert (SPD), Thomas Birk (Bündnis 90/Die Grünen), Regina Kittler (DIE LINKE) und Bettina Günter (Piratenpartei).

Textfassung zur Veranstaltung: http://www.medienbildung-jetzt.de/wp-content/uploads/2016/08/reader_dialog_lgbb_2016_printversion.pdf

Aufzeichnung:

Kampagne „Medienbildung jetzt!“ zu den Berliner Abgeordnetenhauswahlen

Im Vorfeld der Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus am 18.9.2016 haben wir gemeinsam mit der GMK Regionalgruppe Berlin Wahlprüfsteine an die Parteien verschickt und unsere bildungspolitischen Forderungen formuliert.

Am Mittwoch, 29. Juni 2016 werden wir um 16 Uhr in der Berliner Landeszentrale für politische Bildung mit Politikern und Experten diskutieren, was die Smart City braucht: Medienbildung für die medienmündige Bürgerin, den medienmündigen Bürger.

Wahlprüfsteine und Anmeldung zum bildungspolitischen Forum am 29.6.2016 auf: http://www.medienbildung-jetzt.de

Code 2015

Das diesjährige vernetzte Projekt der LAG Medienarbeit mit dem Titel „Code 2015“ endete am 3.11.2015 mit der Vorstellung der entstanden Filme auf dem Berliner Medienfestival.

8 Berliner Medieneinrichtungen entwickelten von Mai bis September 2015 mit ca. 80 Kindern und Jugendlichen – gemeinsam aber zeitversetzt einen interaktiven Film zum Thema „Vielfalt in Berlin“. Sie setzten sich darin mit den Themen Vielfalt, Teilhabe, Identität, Ausgrenzung und Jugendräume in Berlin oder ihrem Stadtteil auseinander.

Alle Filme und Berichte aus den Workshops sind zu finden im Projektweblog unter: http://www.code2015.de

Henriette-Aaron-Fine-Namik-Helene-Nele

Beteiligte Einrichtungen: Kinderfilm Berlin e.V. im FEZ-Berlin mit Jugendlichen von ALEP e.V. (Betreutes Wohnen für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge), Medienkompetenzzentrum Treptow/Köpenick – Medienetage, Medienkompetenzzentrum Pankow – mezen, Medienkompetenzzentrum Steglitz/Zehlendorf, Medienkompetenzzentrum Tempelhof/Schöneberg – Netti, Medienkompetenzzentrum Neukölln – Szenenwechsel, Meko Lichtenberg – Die Lücke und kijufi – Landesverband e.V. Kinder- & Jugendfilm Berlin e.V.

Gefördert von: Medienanstalt Berlin-Brandenburg, Deutsches Kinderhilfswerk, GskA gemeinnützige Gesellschaft für sozial- kulturelle Arbeit mbH, PUMA e.V. und „Meinen Kiez verändern“ der Drehscheibe Kinder- und Jugendpolitik Berlin.

Positionspapier „Schon drin? Medienbildung in der Schule“

Aus Anlass des aktuellen Online-Anhörungsverfahrens des LISUM Berlin-Brandenburg zum Basiscurriculum Medienbildung haben die Vorstände des lmb – Landesfachverband Medienbildung Brandenburg e.V., der Landesarbeitsgemeinschaft Medienarbeit e.V. Berlin sowie der Sprecher der GMK-Landesgruppe Berlin-Brandenburg ein Positionspapier entwickelt:

Schon drin? Medienbildung in der Schule
oder: Warum das Basiscurriculum Medienbildung in Berlin und Brandenburg nur ein Anfang ist
 (PDF, 97 kB)

Mit dem Positionspapier wollen wir eine Diskussion in der Fachöffentlichkeit anstoßen mit dem Ziel, Medienbildung im Schulalltag zu integrieren und dabei Schule zu motivieren, sich gegenüber außerschulischen Bildungspartnern mit medienpädagogischer Expertise zu öffnen. Wir laden die Fachöffentlichkeit, Eltern und das interessierte Publikum dazu ein, sich mit unserer Kritik und unseren Anregungen per Kommentarfunktion auf www.medienbildung-brandenburg.de/schon-drin/ auseinanderzusetzen.

Zu den Rahmenlehrplänen und dem Basiscurriculum Medienbildung: http://bildungsserver.berlin-brandenburg.de/anhoerungsportal.html

Stellungnahme zur Neukonzeption eines Berliner Jugendportals

Als Reaktion auf die Veröffentlichung des Konzepts für das neue Berliner Jugendportal, das im Auftrag der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft in 2014 vom Institut für Kommunikation in sozialen Medien (ikosom) erstellt wurde, hat der Vorstand der LAG Medienarbeit eine Stellungnahme verfasst:

Stellungnahme zur Neukonzeption eines Berliner Jugendportals

Die LAG Medienarbeit bedauert, dass mit dem jetzt veröffentlichten Konzept des Berliner Jugendportals die Chance vertan wurde, gemeinsam mit den Berliner Institutionen der Medienbildung und Jugendpartizipation ein erfolgversprechendes Jugendbeteiligungsprojekt auf die Beine zu stellen. Das jetzt bereits in der Umsetzungsphase befindliche Jugendportal vernachlässigt unseres Erachtens zahlreiche für erfolgreiche Beteiligungsarbeit geltende Standards. U.a. wird auf die für uns entscheidende Einbeziehung bildungsferner Jugendlicher nicht eingegangen. Eine echte Beteiligung von Akteueren der Berliner Medien- und Jugendarbeit und von Jugendlichen hätte zu einem deutlich veränderten Konzept geführt.

Bevor wir im einzelnen auf Kritikpunkte am Konzept eingehen, möchten wir an dieser Stelle zunächst den Entstehungsprozess des Konzepts kritisieren.

Entgegen der Beschreibung im Konzept hat keine echte Beteiligung von Jugendlichen oder Stakeholdern stattgefunden. Trotz immer wieder bemühter Erklärungen es handele sich um eine offene Befragung, wurde nicht thematisiert, ob ein neu zu schaffendes Internetportal überhaupt sinnvoll ist, um Jugendbeteiligung unter Einsatz digitaler Medien zu fördern. Denkbar wären eine Vielzahl anderer Methoden, die teilweise seit Jahren in den Einrichtungen der Medienarbeit erfolgreich umgesetzt werden.

Per Postkarte konnten Jugendliche lediglich ihre drei Lieblingswebportale angeben, in der überwiegenden Mehrzahl wurden dabei Google, Youtube und Facebook genannt. Auch in der Befragung der Stakeholder, an der auch die LAG teilgenommen hat, wurde nur nach möglichen Inhalten eines Portals und der Zuarbeit durch die medienpädagogische Praxis gefragt.

Auf der anderen Seite wurden zahlreiche kritische Stimmen ausgeblendet und Warnungen ignoriert. So gab es bei der Präsentation der Befragungsergebnisse in der Jugendnetzbeiratssitzung am 9.7.2014 keine positiven Stimmen zu einem Portal.

Auch in den beiden Fachrunden vom 28.1.2014 und vom 16.6.2014 wurde deutlich, dass Jugendliche extra angelegte Portale nicht nutzen und Beteiligung ohne Beziehungsarbeit nicht möglich ist. Dafür ist ein Webportal nicht der richtige Ort. Verschiedene TeilnehmerInnen haben wiederholt auf die notwendige Verbindung mit Aktionen an realen Orten hingewiesen.

Die LAG Medienarbeit hat sich in dem im Oktober 2014 veröffentlichten Perspektivpapier zum Jugendnetz Berlin auch bereits mit der Idee eines Jugendportals beschäftigt. Zitat: “Verschiedene bundesweite Netzprojekte haben gezeigt, dass mit einer ausschließlichen Onlinepräsenz kaum Jugendliche für Beteiligungsprozesse gewonnen werden können. Gerade bildungsferne Zielgruppen benötigen die persönliche Ansprache vor Ort in ihrem direkten Umfeld. Insofern sollten Mittel für Jugendbeteiligung verstärkt in regionale Beteiligungsprojekte vor Ort und die hier erforderliche Begleitung durch qualifiziertes Personal in den Medienkompetenzzentren investiert werden.“

Auf der Abschlusstagung des Projekts „Youthpart“ im Dezember 2014 haben sich ExpertInnen wie Gesche Joost oder Franz-Josef Röll gegen neue Plattformen der Jugendbeteiligung ausgesprochen. Tenor war, dass Jugendliche dort beteiligt werden sollten, wo sie sich im Netz aufhalten. Beteiligte aus dem Youthpart-Projekt wie Eric Flügge von der Agentur S&N bestätigten, dass die extra geschaffene Plattform ypart.eu nicht besonders erfolgreich war. Anwesend waren auch der Jugendnetz-Projektverantwortliche und Vertreterinnen der Senatsverwaltung.

Mit der Veröffentlichung des Konzepts im Januar 2015 wurden zeitgleich die Stellen für die Projektdurchführung ausgeschrieben, so dass wir davon ausgehen, dass auch weiterhin keine Beteiligung gewünscht wird. Gerade bei einer solchen Projektgröße (die Projektmittel übersteigen sämtliche Gelder, die den Mekos in 2015 zur Verfügung gestellt werden, um das dreifache) hätte sich die Senatsverwaltung der Expertise der seit Jahren erfolgreich arbeitenden Einrichtungen der Medien- und Jugendarbeit bedienen müssen.

Vorstand der LAG Medienarbeit

Stand: 27.1.2015